"Die Iren sind rothaarig, gottesfürchtig und schreiben Werke der Weltliteratur - sofern sie nicht gerade völlig betrunken sind. Dass es darüber hinaus noch viel mehr Wissenswertes über die Grüne Insel gibt, zeigt der Irland-Kenner Ralf Sotschek wieder anhand einer Fülle lebendiger Schilderungen von Land und Leuten, die zusammen ein buntes Mosaik dieses ganz besonderen Landes ergeben."

Ralf Sotschek, geboren 1954 in Berlin, lebt seit 1985 als Irland- und seit 1989 auch als Großbritannien-Korrespondent der Zeitung "taz" in Dublin und ist mittlerweile irischer Staatsbürger. Er ist damit der einzige Korrespondent einer deutschen Tageszeitung in Irland und veröffentlichte zahlreiche Kultur- und Reiseführer über seine zweite Heimat.
 

Die 'Gebrauchsanweisung für Irland' ist wohl am ehesten LeserInnen zu empfehlen, die noch nie in Irland waren und sich über die diversen Besonderheiten dieser Insel und ihrer Bewohner jenseits eines klassischen Reiseführers informieren wollen. Sotschek ist sicher einer der profundesten deutschsprachigen Kenner des 'Iren an sich' und so nimmt er sich in kurzen, amüsanten Kapiteln der ganzen Bandbreite des irischen way of life an - ich muss das hier nicht näher ausführen, denn diejenigen, die schon in Irland waren, wissen sowieso was gemeint ist und die anderen können sich ja dieses Büchlein zulegen. Doch, solide Einstiegslektüre würde ich sagen, obgleich es mitunter den Eindruck macht, als gebe sich Sotschek Mühe Vorurteile zu bestätigen und an einem etwas romantisierten Irland-Bild zu arbeiten.

Ähnlich verhält es sich mit 'Irish Toffee', der jüngst erschienenen, wie ich meine: Anekdotensammlung, über die die ehrwürdige ZEIT jubilieren zu müssen glaubte. es gebe nun "endlich eine  wirkliche Alternative zu Heinrich Bölls 'Irischem Tagebuch'". Das halte ich nun für etwas übertrieben, aber die 48 Kurzgeschichten, das Vorwort von Altmeister Harry Rowohlt und die 30 schwarz-weiss- Zeichnungen von ©TOM lohnen allemal die Ausgabe.
 

Ralf Sotscheck: Gebrauchsanweisung für Irland.  Piper 2000, ISBN 3-492-23228-0, 206 Seiten, DM 14,00.

Ralf Sotscheck: Irish Toffee. Edition Nautilus 2001, ISBN 3-89401-331-1, 144 Seiten, DM 24,80.
 

Ich kann mir ja vorstellen, dass man als Korrespondent der taz für GB und Irlandnicht allzu üppig entlohnt wird, aber irgendwann wird's langweilig - weil man die Geschichten aus des Sotscheks Irland alle schonmal gelesen zu haben meint, in der taz oder einem der anderen Geschichten-Konvolute (siehe oben).

Ralf Sotscheck: Dublin Blues. Rotbuch - Sabine Groenewold Verlage, ISBN 3-434-54508-5, 151 Seiten, EUR 9,90
 

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