Alle seine Bücher sind in Fremdsprachen übersetzt worden, leider nur fünf auch ins Deutsche. Die finnische Literaturkritik zeigte ihm lange Zeit die kalte Schulter; das änderte sich erst, nachdem seine Romane in Frankreich ausserordentlich populär wurden.
Sein Stil erscheint zunächst banal, lakonisch, bisweilen gar oberflächlich, Paasilinna schafft es jedoch mühelos, nicht ins Triviale ab zu rutschen. Seine Sprache ist einfach, direkt und geprägt durch unverblümten und manchmal schwarzen Humor. Er ist ein scharfer Beobachter seiner Landsleute und derer Eigenarten, ihrer menschlichen Schwächen, Sentimentalitäten und auch ihrer Stärken.
Paasilinna beschönigt nichts, er romantisiert
nicht, aber er klagt eben auch nicht an. Er beschreibt Realität -
Realität, wie sie nicht nur in Finnland existiert und er beschreibt
sie mit Witz und einer guten Portion Gesellschaftskritik, ohne dass dem
Leser der sprichwörtliche Gutmensch auf den Wecker geht. Es fällt
einem leicht, sich selbst in den Protagonisten wieder zu finden, die, so
unterschiedlich sie auf den ersten Blick erscheinen mögen, sich in
den Mühen ihrer Existenz letztlich nach nichts anderem sehnen, als
einem natürlichen Lebensideal jenseits des zivilisatorischen Wahnsinns.
Arto Paasilinna: Im Wald der gehenkten Füchse. Verlag Ehrenwirth, 2000, 208 Seiten, ISBN: 3-431-03594-9, 29,80 DM:
Mitten im lappischen Nichts kreuzen sich die Wege zweier Charakterköpfe - der des Gauners Jutunen, der die norwegische Nationalbank um einen ansehnlichen Haufen Gold erleichtert hat und diesen vor seinen Komplizen zu verstecken trachtet und der des versoffenen Majors der finnischen Armee, der nach einem sehr eigenwilligen und dennoch Militärgeschichte schreibenden Manöver eine einjährige "Auszeit" antritt. Die beiden tun sich zusammen und überwintern in einer Weltgegend, in der einfach andere Gesetze gelten. Die älteste (und wahrscheinlich kleinste und zäheste) lebende Skolt-Samin der Welt kreuzt ihren Weg, ein netter Fuchs spielt eine Rolle und bekommt Gummiknochen, ein bemitleidenswerter Rentier-Detektiv taucht ab und an in der Geschichte auf, es werden Badewannen an Motorschlitten durch die verschneite Landschaft gezogen, Edel-Huren aus Stockholm eingeflogen, ein rauschendes Weihnachtsfest gefeiert und das Leben kann sooo schön sein.
Ich habe viel gelacht und das Buch in einem Rutsch verschlungen und der Suchtfaktor Paasilinnas ist so hoch, dass ich gleich am nächsten Tag aufbrach, mir die nächste Dosis zu kaufen:
Arto Paasilinna: Das Jahr des Hasen. BLT (Verlagsgruppe Lübbe), 1999 (Tb). 237 Seiten, ISBN: 3-404-92030-9, DM 14,90 DM:
Der desillusionierte Journalist Vatanen ist mit einem Fotografen auf dem Weg zurück. Egal woher, aber zurück in den "Moloch" Helsinki, zurück in die nervtötende Regenbogenpresse-Redaktion, zur egoistischen Frau, kurz: zurück dahin, wo nichts mehr ist, was die Rückkehr lohnenswert erscheinen lässt. Da fahren die beiden einen Hasen an, Vatanen folgt dem verletzten Tier und kehrt nicht mehr zurück. Nach einer Nacht im Heuschober muss zunächst der Hase zum Arzt und anschliessend gehen beide auf Wanderschaft. Quer durch Finnland, auf und ab und später noch weiter. Jede Menge Abenteuer sind zu bestehen für Herrn und Hasen, skurrile Gestalten "noch und nöcher" kreuzen ihren Weg, verfressene Raben und wilde Bären, ein alter Verschwörungstheoretiker und hochrangige Diplomaten, ein religiöser Fanatiker und Polizisten und es ist eine wahre Freude, die beiden auf ihrem Zug durch die Gemeinde zu begleiten. :-)
Arto Paasilinna: Die Giftköchin.
BLT (Verlagsgruppe Lübbe), 2000 (Tb.). 211 Seiten, ISBN 3-404-92054-6,
DM 14,90:
Arto Paasilinna: Der Sohn des Donnergottes.
Verlag Ehrenwirth, 1999, 253 Seiten, ISBN 3-431-03572-8, 29,80: