Ein yuppiehafter (jugendlicher) Protagonist in Barbour-Jacke durchstreift ziellos Party-Deutschland von Norden nach Süden, von Sylt bis zum Bodensee.
Die acht Kapitel tragen ausgesprochen originelle Titel ("eins", "zwei", "drei" ...) und das Buch könnte nach jedem zu Ende sein, denn die Handlung bleibt stets die selbe. Frei nach Mao, 'der Weg ist das Ziel'. Und entlang dieses Weges nach Nirgendwo gibt es ständig Parties, auf denen der Protagonist stets Drogen angeboten bekommt und nimmt, stilvoll kotzt und nicht weiss, wo er gerade ist und was er eigentlich will. Die Handlung, wenn man dies mal so nennen will, plätschert irgendwie vor sich hin, in weiten Teilen pointenlos und zäh.
O.k., es gibt ein paar witzige Stellen und hie und da erkennt sich der Leser auch selbst, so er der berüchtigten 'Generation Golf' angehört, gelegentlich blitzen sogar im Ansatz recht gescheite Verrisse bundesdeutscher Alltagskultur auf, aber sie beschränken sich leider auf Äusserlichkeiten und entlarven sich letztlich im Zusammenspiel mit wiederkehrenden Stereotypen (alle Studenten sind faul, haben verfilzte Haare und kiffen; alle Rentner haben klobige Nasen und Brillen und sehen aus wie Nazis ..) als medial geprägte Versatzstücke dessen, was man wohl derzeit unter Popliteratur versteht.
Insgesamt ein recht depressives Stück, es versäumt, Zusammenhänge deutlich zu machen und Dinge beim Namen zu nennen. Es ist einfach zu, ja: belanglos.
Christian Kracht: Faserland. Goldmann, 1997.
154 S. (Pb.), ISBN 3-442-43361-4 DM 9,90