Bekannt wurde Robert Hültner mit seinen Krimis um den Münchner Kriminal-Inspektor Kajetan, der in den Wirren der Räterepublik ermittelt und durch verschiedene Preise, Krimipreis und Glauser. Von den Kajetan-Krimis habe ich bisher aber keinen gelesen.

Stattdessen fiel mir neulich 'Türks erster Fall' in die Hände: In 'Das schlafende Grab', dem Untertitel nach als Start einer neuen Reihe angelegt, lässt Hültner den nach einem Disziplinarverfahren (wieder) zur Streife versetzten Münchner Ex-Kripo HK Joseph Türk im Umfeld eines Zirkus ermitteln. Im Gegensatz zur Kripo  -der ermittelnde Beamte sorgte für Türks Degradierung (erstaunliche Parallele zu Slupetzky: Der Fall des Lemming) - ahnt Türk schnell, dass der eines Mordes im Zirkus verdächtige Sinti nicht der Täter ist ...

Die Story ist nett und schlüssig angelegt, das Millieu bzw. die Millieus interessant, die Charaktere nicht überzeichnet. Alles in allem eine kurzweilige Lektüre, aber vom Hocker gerissen hat sie mich nicht. Die Sprache ist insgesamt etwas hölzern, was daran liegen mag, dass die lokale Färbung zwar angelegt ist, sich mit Rücksicht auf nicht-bayrische Leser aber eher im etwas störrischen Satzbau manifestiert.

Nun ja, mal sehen wie die Kajetan-Krimis sind. Zumindest auf die bin ich neugierig geworden und werde bei Gelegenheit hier darüber berichten.

Robert Hültner wurde 1950 in Inzell geboren, war Schriftsetzer, Regieassistent und zog mit einem Wanderkino durch die Dörfer. Er lebt heute als freier Schriftsteller in München un den Cevennen.

Robert Hültner: Das schlafende Grab. Türks erster Fall. btb 73169, ISBN: 3-442-73169-0, OA 3/2004, 240 Seiten, EUR 9,00.

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