Ein reiner Zufallsfund sozusagen. Ein eher zufälliger Griff ins Krimi-Regal der Buchhandlung, ein kurzer Blick auf den Klappentext und 'rauf auf den Stapel Ferienlektüre. Ein Krimi, klar, aber ein österreichischer, oder genauer: ein Wiener. Mein erster. Gewöhnungsbedürftig die Sprache. Textprobe:

"Jetzt ist schon wieder was passiert. Aber ein Tag, der so anfängt, kann ja nur noch  schlechter werden. Das soll jetzt nicht irgendwie abergläubisch klingen. Ich gehöre bestimmt nicht zu den Leuten, die sich fürchten, wenn ihnen eine schwarze Katze über den Weg läuft. Oder ein Rettungsauto fährt vorbei, und du mußt dich sofort bekreuzigen, damit du nicht der nächste bist, den der Computertomograph in hunderttausend Scheiben schneidet.

Und Freitag der Dreizehnte sage ich auch nicht. Weil es ist Montag der 23. gewesen, wie der Ettore Sulzenbacher mitten in der Pötzleinsdorfer Straße gelegen ist und zum Steinerweichen geheult hat.."
 

Makaber ist sie, diese Geschichte über zwei konkurrierende Rettungsorganisationen in Wien. Aber dabei durchaus nicht unrealistisch.
Wolf Haas schaut seinen Landsleuten aufs Maul und schreibt es auf, voll schwarzem Humor, voll hintergündigem Zynismus, voll Wiener Schmäh eben. Und weil es eine ganze Reihe gibt um den Ex-Polizisten Brenner wird das auch nur das erste davon in meinem Krimi-Regal sein.

Wolf Hass: Komm, süßer Tod. rororo 22814, 223 Seiten, OA 1998. ISBN.: 3- 499-22814-9, DM 14,90
 

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