Ripley Bogle ist der Titel und der Protagonist des Buches, ein aus dem Belfaster Arbeitermillieu stammender und überdurchschnittlich intelligenter - nun ja, Penner.
22 Jahre alt, sich eingangs der Geschichte auf einer Parkbank vor dem Palast Queen Elizabrits den Arsch abfrierend, nimmt er die geneigten LeserInnen mit in seine Welt. Nur für vier Tage und Nächte, eher vier Nächte und Tage, aber in eine Litanei des Jammerns und Wehklagens, denn eines steht fest: Irgend etwas ist gründlich in die Hose gegangen. Hatte doch seine atemberaubende Intelligenz und seine Anziehungskraft auf junge Bürgerstöchter ihn eigentlich zuverlässig davor bewahrt, in der Gosse zu landen, was bei seiner Herkunft und den Umstaenden seines Heranwachsens wahrlich kein Wunder gewesen wäre ...
Klingt grauenhaft, was? "Litanei des Jammerns und Wehklagen", schauder. Aber doch, genau das ist es und stellenweise ist sie auch wirklich anrührend, aber sie ist eben zugleich auch unglaublich rasant, farbenfroh, selbstironisch, voll von Mutterwitz und Sprachschätzen, so daß diese Litanei ein wahrer Quell der Freude ist.
Ich freue mich auf den nächsten Wurf von McLiam
Wilson.
Robert McLiam Wilson: Ripley Bogle. Fischer-TB
13739, 1998. ISBN: 3-596-13739-X, DM 18,90
Im Original erschienen bei Andre Deutsch, London,
1989, ISBN: 0-233-98392-9, ca. DM 45,-